Dä Chindergarte bim Samichlaus
Wahrscheinlich sind wir alle schon einmal einem Esel begegnet. Aber wer kann von sich behaupten, schon einmal von einem abgeholt worden zu sein?
Die Ebnet-Kindergärtner und ihre beiden Kindergärtnerinnen sind auf dem Weg zu Samichlaus, der im Samichlaus-Hüsli Kloten auf sie wartet. Einige Kinder singen, andere erzählen sich Heldentaten von vergangenen Begegnungen mit Samichlaus und wieder andere halten die Hand der Kindergärtnerin ganz fest (man weiss ja nie…). Und so trifft uns der Auftritt von Schmutzli und Esel Tornado ziemlich unvorbereitet. Plötzlich stehen sie mitten auf dem Weg, ganz nach dem Motto: draussen vom Walde kommen wir her…. Schmutzli sagt, dass er eben die Tiere des Waldes füttern wollte, als er uns gesehen habe. Er begleite uns zu Samichlaus.
Jetzt sind alle Lieder vergessen, die Gespräche verstummt und die Kindergärtnerinnen stehen plötzlich ohne Kind an der Hand da. Tornado ist der neue Held der Szene. Abwechslungsweise wird er von den Kindern gestreichelt und mit Komplimenten eingedeckt. Das geht so lange, bis das erste Kind Samichlaus erblickt. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Freudig rennen sie ihm entgegen.
Mit rotem Mantel, weissem Bart und freundlichen Augen steht er vor dem Samichlaus-Hüsli und begrüsst jedes Kind herzlich. Er hat weiche Handschuhe an, so wie man es von früher kennt.
Samichlaus öffnet die kleine Tür zu seinem Haus und lädt uns ein, auf der Eckbank Platz zu nehmen. Kaum sitzen wir da, bekommen wir von ihm und seinem Helfer Schmutzli einen Becher Punsch. Und auch wenn es nicht sonderlich kalt ist, so nehmen wir dieses warme Getränk dankbar entgegen.
Schmutzli hält das Buch in der Hand. DAS Buch. Erinnern sie sich? Bevor er aber daraus liest, erzählt Samichlaus, wie er jedes Jahr zu diesen Informationen kommt. Die Kinder hören fasziniert zu. Haben sie eine Frage, strecken sie auf. Samichlaus findet das toll und schlägt mit einem Lob die Brücke zum Buch. Notiert sind allgemeine Dinge, die die ganze Klasse betreffen. Aufräumen? Klappt nicht immer (wen wundert’s?). Dafür wird das einander helfen lobend erwähnt. Mehr erzähle ich an dieser Stelle nicht… Nur noch, dass Schmutzli gehört hat, dass wir gut singen können. Das müssen wir unter Beweis stellen:
„Es schneiet uf de Berge scho. Schnee chönntsch au da ab echo. Deck doch euse Garte zue, ….“
Samichlaus lädt uns ein, hinter dem Haus selber ein ‚Säckli‘ zu füllen. Einen Apfel oder ein Manderinli. Von jeder Sorte ein Guetzli. Zwei Schöggeli und ein Biberli. All das dürfen die Kinder einpacken. Am Ende der Fassstrasse wartet Schmutzli. Er hilft den Kindern, das ‚Säckli‘ zu binden.
Nun heisst es, langsam Abschied nehmen. Wir stellen uns im Kreis auf und geben folgenden Vers zum Besten:
Es nachtet scho und schneielet,
du liebi Zyt ganz grüsli.
De Chlaus leit jetzt sin Mantel a
und bschlüsst druf no sis Hüüsli.
Er holt de Schlitte us em Schopf,
spannt s Eseli gschwind a.
Und ladet d Seck mit Nüssli uf,
wo er für d Chind muess ha.
„Hü, Tornado“, seit er, „s isch Zyt.
De Wäg uf Nüeri isch no wyt.
Mir händ hüt z Abig gar viel z tue.
Hü, Tornado, lauf artig zue.“
Wie sind die Seck so tick und schwer.
Wer chunnt ächt Nüssli über, wer?
De Chlaus weiss alles ganz genau.
Drum bitte, Chinde, folged au.
Gerade nach der letzen Strophe schnaubt Tornado. Alle lachen und rufen „Jöh!“. Und so endet der Besuch beim Samichlaus, wie er angefangen hat: mit einem Esel als heimlichen Star.
Sandra Walzer |