>>> behörden - jugend und gesundheit - schulsozialarbeit

  aktualisiert am:
  05 Mar 10



Meinungen
Schulsozialarbeit

 

 

Schulsozialarbeit aus der Sicht einer Schulpflegerin

Als Schulpflegerin habe ich mich gefragt, was macht unser Schulsozialarbeiter Jürg Gilly (J.G.) an der Schule Nürensdorf? Ich durfte Jürg Gilly (J.G.) einige Stunden bei seinen vielen Aufgaben an unserer Schule begleiten.

Wir haben uns im Schulhaus Hatzenbühl vor der grossen Pause am Vormittag getroffen. J.G. hat sich im Hatzenbühl gut eingelebt und es ist normal, dass er in der grossen Pause anwesend ist.
Kaum ist die Pausenglocke verklungen, stehen schon die ersten Schüler vor der Türe seines Büros und begrüssen uns freundlich. Die meisten Jugendlichen kennt er mit Namen und er weiss auch welche Klasse die Schüler besuchen.
Mit einem Schüler hat er sich zu einem Gespräch verabredet. Nach Rücksprache mit dem Jungen teilt mir J.G. mit, dass das Gespräch vertraulich sei und der Junge mich nicht dabeihaben möchte. Ich verstehe das und akzeptiere diese Haltung voll und ganz. Die Arbeit des Schulsozialarbeiters hat sehr viel mit gegenseitigem Vertrauen und mit Respekt und der Akzeptanz des anderen zu tun.

Sobald die Pause vorbei ist, setzen wir uns ins Auto und fahren ins Schulhaus Sunnerai. Im Sunnerai findet demnächst die Schülervollversammlung statt und es gibt sehr viel vorzubereiten. Aus allen Klassen sind die Schülervertreter zusammengekommen, um mit einer Lehrperson und J.G. zu besprechen, wie die Zusammenstellung des Z’nüni für das ganze Schulhaus aussehen soll. Da Nürensdorf zu den gesundheitsfördernden Schulen gehört, soll ein möglichst vielseitiger und gesunder Z’nüni angeboten werden. Die Schüler stellen mit der Lehrperson eine Tabelle nach den Richtlinien der aktuellen Ernährungspyramide zusammen. Ungefähr die Hälfte der anwesenden Schüler/Innen probt mit J.G einen kleinen Dialog, wie ein kleiner Sketch, zum Thema Ernährung. Die Kinder dürfen ihre Versionen und Ideen einbringen. Alle machen begeistert mit.
Der Einsatz solcher Aktionen ist für die Lehrpersonen und für J.G. recht intensiv, wenn ich aber die Begeisterung und die lachenden Gesichter der Schüler/Innen sehe, lohnt sich der Mehraufwand allemal.
Für J.G. gehören solche Projekte zu den präventiven Massnahmen an der Schule Nürensdorf.

Überall im Schulhaus, egal in welchem, wird J.G. gerne gesehen und er wird immer wieder angesprochen und um einen Termin gebeten. Das Telefon klingelt oft und die Agenda ist wahrscheinlich das wichtigste Arbeitsinstrument für J.G.
Wir fahren ins Hatzenbühl zurück. J.G. holt sich vor dem nächsten Termin ein Sandwich und ich fahre beeindruckt von den vielfältigen Aufgaben unseres Schulsozialarbeiters J.G. mit einem neuen Besuchstermin nach Hause.

Wieder treffen wir uns vor der grossen Pause am Vormittag im Hatzenbühl. Kaum läutet die Glocke stehen die Schüler schon wieder vor der Türe des Büros von J.G. Sie fragen um Hilfe bei der Suche nach einer Schnupperstelle. Ach ja, diesmal sind auch ein paar Mädchen dabei! Es melden sich auffallend mehr Jungen als Mädchen im Büro bei J.G.
J.G. erzählt mir, was so alles abläuft, und dass er ab und zu eingreifen muss, wenn ein Schüler oder eine Schülerin den Unterricht mehrmals bewusst stört. Er ergreift mit dem Klassenlehrer zusammen Massnahmen und macht mit dem betroffenen Schüler genau definierte Abmachungen. Er ist bestrebt sicherzustellen, dass die getroffenen Massnahmen eingehalten werden und dass sie Wirkung zeigen.
Nach der grossen Pause gehen wir zusammen mit der Klassenlehrperson, mit Herrn Bürki und mit J.G. in eine 2. Sekundarklasse. Dort stellen die Lehrpersonen ein neu ausgearbeitetes Modell vor, um Störungen und Eskalationen diverser Schüler/Innen während des Unterrichtes in den Griff zu bekommen.
J.G. und R.Bürki erklären das ganze Procedere und beantworten die Fragen bis auch der oder die letzte Schüler/in begriffen hat, wie das Ganze abläuft und alle gleich gut orientiert worden sind.
Es ist vorgesehen, dieses Modell in der ganzen Schule Nürensdorf anzuwenden.

Anschliessend fahren wir ins Ebnetschulhaus , wo J.G. schon erwartet wird. Während und nach dem vereinbarten Zeitpunkt kommen immer wieder Lehrpersonen vorbei um eine Frage zu stellen oder um einen neuen Termin abzumachen.
Momentan ist J.G. in allen Schulhäusern ein sehr begehrter Mann. Er wird sehr gut frequentiert und kann sich über mangelndes Interesse nicht beklagen.

Etwas ist mir aufgefallen will mir nicht aus dem Kopf :
Während dieser ca. 2x3 Stunden, die ich J.G. begleiten durfte, hat er alle Schüler mit dem richtigen Namen angesprochen!
Wie macht er das nur?

Ich möchte mich ganz herzlich bei Jürg Gilly bedanken, dass er mir während seiner intensiven Arbeitszeit einen Einblick in seine Berufswelt erlaubt hat. Ebenfalls möchte ich mich für seinen grossen Einsatz zum Wohle unserer Schule in Nürensdorf bedanken.

Annemarie Gäumann, Schulpflegerin